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Das Herz des Meisters

Das Herz des Meisters von Aleister Crowley


Ordo Templi Orientis lamen

+ Baphomet


Das Herz des Meisters

von Khaled Khan
(Aleister Crowley)


Mark des Tieres


An Ixxi Sol in Waage 23. September 1938 ev

A∴A∴ Veröffentlichung in Klasse B.

Imprimatur: OSV 6 = 5 Imperator

Sigillum Sanctum Fraternitatis A∴A∴

Halbschatten

Ich bin einer von einer Menge. Alle, oder fast alle, scheinen in Schläfrigkeit gefallen zu sein, nicht infolge von Erschöpfung durch Arbeit, sondern durch Lethargie. Ungeheuer dehnt sich die Ebene vor dem Blicke, sodaß dieser nicht ihre Grenzen erkennt, selbst wenn nicht alles verdunkelt wäre vom Pesthauch des Nebels und dick von sumpfigen Dünsten. Einige von uns sind halbwach und starren stumm gen Osten. Kein Licht antwortet.

Weh' mir, der ich zu sehr lebendig bin von dem schrecklichen und hoffnungslosen Schmerz nack Schlaf eines Halbtrunkenen! Betäubt, bestürzt—weiß ich nicht,—wer ich bin,—ich weiß nicht,—woher ich kam—ich weiß nicht,—wohin ich gehe. Unklar sage ich in meinem stumpfen Herzen, daß ich nicht schlafen darf, weil ich ich ein Soldat bin. Aber wessen Hauptmann in welchem Kriege? Ich errate es nicht. Es ist nur ein trübes Bild vorhanden wie von einem Unglück vor langer, ach, so langer Zeit—die staubige Erinnerung an einen Führer, der versagte, an einen Plan, der sein Rückgrat brach.—Dessen bin ich sicher: daß alle Disziplin vorbei, aller Mut zerdrückt und jedes Streben vernichtet ist . . . .

Hinter mir—wie seltsam—ist das Dunkel weniger häßlich als im Osten, nach dem die Augen schwach blicken. Fühle ich sie instinktiv—die Form eines ungeheuren pyramidenhaften Berges von starrem, schwarzen Felsgestein? Ich bin zu müde, um meinen Kopf zu wenden, un hinzusehen.—

Ganz plötzlich, erklingt, weit hinter mir, fern hinter jenem Gipfel, eine Stimme, klar, fest, mutig, vertrauensvoll. Es ist die Stimme eines Soldaten im Ton eines Befehls, die Tapferkeit der Männlichkeit. Niemand kann—ich bin sicher—jenen klingenden Ruf mißverstehen.—Wahrheit, Sief in jedem Trompetenstoß———Horch!

Vox.

Der Hauptmann ruft: „Siehe! Der Stern im Westen!“

Augenblicklich darauf folgt Schweigen. Aber unter uns warnt mich die plötzliche Unruhe daß nicht alle schliefen; daß Wachende wie ich selbst da waren, aufmerksamere Manschen als ich.

Ich höre ein Murmeln zu meiner Linken; ich fange drei Worte auf: „die Nill-Stunde“. Sie rufen mich zu mir selbst zurück. Ich weiß nun, daß ich Einer von einer großen Armee bin—eine zu Schanden gemachte und gebrochene Armee, die aber noch beseht.

Scharf kommt ein Raunen von schneller, absoluter Autorität: Null ist Zwei.

Irgendwie ist mir bewußt—wie einem vom Blitz getroffenen Menschen, der im gleichen Augenblicke erschlagen und initiiert wird—daß der seltsame Satz ein letztes Mysterium der Wahrheit erklärt, das Wort des Schlachtenplanes, den Schlüssel des Feldzuges. Aber in meinem Geiste ist sein Sinn alleräußerste Finsternis.

Weiser die feierliche Stille. Wenige waren es, welche die Stimme des jungen Hauptmanns gehört hatten, denn der Schlaf von Allen, ausgenommen der Jüngsten und Stärksten, war der Schlaf des Todes. Selbst deren Schicksal war freilich übel; denn ihr Geist war durch die Bitterkeit ihres Hersens verwirrt. Als sie also die Stimme vernahmen, spotteten sie:

Ich hörte:

          „Ein Stern im Westen? Welche Torheit!“

Oder:

          „Das is keine Stimme eines unserer Führer.“

Auch:

          „Stern im Westen? Nimm dich in acht: das ist der Stern des Wermuts.“

Doch jetzt kommt von dem blinden Lande hinter dem Berge ein schwerer Seufzer; dann der Ton eines Falles, häßlich gemacht durch das Gekicher eines boshaft klingenden Lachens.

Es folgen dämonische Wehklagen.

Das Mysterium, die böse Finsternis dieser unzusammenhängenden Schreie bringt meine Zähne an den Rand des Schreckens. Und doch kann ich die Hoffnung nicht aufgeben, die mich bei der Stimme durchzuckte. Aber der Schmerz meines Geistes ist so scharf, so verzweifelt, so tötlich, daß mich nackte Finsternis voll und ganz überwältigt.

Umbra.

Inmitten der Vision ist ein Traum.—Ich kämpfe in meinem Schlafe in einem Moraste von Blut und Kot. Ein Geheul, noch bestialischer als aus der Hölle. Ein Gestank, bei dessen Berührung, so dicht und fest wie faules Fleisch selbst, ich vor Todesangst würge; wahnsinnigste Raserei; Phantome des Verbrechens, eiskalt, Gespenster aus Mord gezeugt—die Nachtmahr scheint endlos——nein,sie erschöpft sich, krank von ihrer eigenen Fäulnis, und versinkt in stumpfe Erstarrung.

Phantasma.

Ich erwache vor Schrecken. Jeder Nerv starr, jeder Muskel erfroren, jeder Knochen ein Schmerz, mein Blut klopft vor Gift.

Aber das Schlachthaus schließlich doch die Wahrheit gesprochen haben? Ist denn jener Stern eine Sonne, deren Licht endlich durch den stinkenden Nebel des Blutbades dringt? Wessen Herz zwingt das erstarrte Miasma, um himmelwärts zu verdunsten in jenen trüben, graue Wolkenbänken?

Horch! Ja, die Wenigen, die noch leben, haben das gesehen, was sie aufrüttelt, um ihre verkrüppelten Arme emporzuheben, mit triefenden, blutunterlaufenen Augen zu glotzen, mit gebrochenen Kinnbacken und zerrissenen Zungen zu plappern.

„Um Christi willen“ schreit ein entmannter Fleischfetzen, „blicke nicht zu jenem verdammten Stern zurück!“

„Wir sind verloren“ winselt ein andrer.

„Das Tier!“ gellt ein dritter, ein Wahnsinniger.

Auch ich bin nicht wenig entsetzt. Denn auf den sich bewegenden Rauchschwaden kriechen ungeheure und gräßliche Gestalten—entsetzliche Formen, abscheuliche Phantome. Unglaublich alle in ihrer Ekelhaftigkeit: sie füllen meinen sterblichen Geist mit wahnsinniger Furcht. Sie bemerkend, winden sich die Verwundeten in tötlicher Qual. Einige schnappen irrsinnig den Kot auf, in dem sie bereits halk versunken sind, um ihn den Schatten zuzuwerfen, wodurch sie nur noch mehr das Gesicht verschmieren.

Ihre ohnmächtige Bosheit steigert sich derart, daß ich einen Augenblick lang zum Lachen gereizt werde.—

Dadurch, wie beim Meisterzauber eines großen Weisen, wird der Bann gebrochen: und ich schwinge mich zur Gesundheitempor.

Ich muß in der Tat einfältig sein! Wie war es möglich, daß ich einen Augenblick nicht verstand, daß Brockengespenster Schatten sein müssen, die von einem Stern geworfen werden, eine Sonne auf zur Sonne steigenden Dämlfen—das alle diese verschiedenen Arten des Wahnsinns nur Verzerrunden sind einer einzigen Form auf dem Bergesgipfel, eines einzelnen Schatten—des Schatten eines Menschen!—

Lux.

Ich stand aufrecht und fand, daß ich unverletzt war. Dann wandte ich mich um und richtete meine Augen empor! Siehe! Der Berg!

Der Scheitelpunkt der kolossalen Pyramide ist gekrönt von einer strengen, schweigenden Gestalt, in scharfen Umrissen gegen den Sonnenball abgezeichnet. Laut rief ich hinauf: „Heil Dir, o Stern, der Du die Sonne bist! Du Stern, der Du zur Höhe der Himmel emporklimmst!“

Aber nur mein Herz antwortete: „Er geht nicht auf, noch unter! Er geht dahin und scheint auf Seinem Wege, und vor Ihm windet sich die Erde in den Rhythmen ihres bacchanalischen Tanzes! Dann wurßte ich auch dieses: alle diese armen toten Menschen, die um mich herumliegen, waren durch ihre eigene Furcht erschlagen worden, ihrem Mangel an Glauben, daß sie menten, die Sonne—oder irgend ein Stern—könne sterben.

Und nun fühle ich den Zauber jener Gestalt, ich,—der ich nur die Furcht empfunden hatte.

Ich verstehe, daß Er—wer und was auch immer Er sein mag—Der ist, auf den wir alle solange gewartet haben.

Als ich meine Augen darauf hefte, werde ich mir bewußt, daß seine Schwärze gegen das Licht des Sternes nur relativ ist; and als ich Vertrauen zu meinem Gesicht gewinne, verschwindet jene Schwärze. Die Gestalt ist ein Prisma reinen Kristalls—es ist die Verserrung und Interferenz mit dem Licht, das sie überträgt, welche hene Phantome de Schreckens verursachte und sie dazu brachte, ihren Hexensabbath auf den sich bewegenden Miasmen zu tanzen.

Und nun werde ich schnell durch eine unsichtbare Kraft emporgezogen—wie durch einen Strudel zu dem Berge hingesaugt.—————

Und jetzt stehe ich vor Seinem Antlitze, wie Er über mir steht.————

Homo.

Sein Haupt ist leicht geneigt, als sinne er über einem Entzücken. Er trägt einem Helm von rötlichem Golde, strahlend mit dem Lichte des Sternes. In der Mitte seiner Augenbrauen befindet sich ein schwarzer Diamant in einem kleinen Kreise von Robinen und Smaragden, gefaßt in reiner Perlmutter, sodaß es wie ein Auge iregend eines unbekannten, irgend eines unerkennbaren Gottes ist. Dieses Auge hatte kein Lid.———

Aber seine beiden menschlichen Augen sind noch halbgeschlossen, wie in Verehrung oder in staunender Versückung.

Seine Arme sind auf der Brust gefaltet: aud seinem Brustschild ist das goldene Blid der Sonne. In seiner Rechten hält er einen Barensteinstab, der mit einem Rubin gekrönt ist: in seiner Linken einen amethustenen Lotus mit einer Blumenkrone aus Saphir.

Und siehe! Aus seinen Augen tropfen Träen von Kummer, vermengt mit Freude, von Freude, die den Kummer verzehrt; und mit diesen Tränen entflammt er den kahlen Felson unter seinen Füßen. Er schmilst wie Wachs bei der Berührung; Rosen springen hervor und umwinden seine Glieder.

Er ist von lebenden Geschöpfen umgeben, von Seinem Willen erzeugt, auf daß der Berg erglühen möge mit dem Leben, das durch Ihn hindurchfließt.

Da ist ein gelbbrauner Löwe, aus dessen Maul Honig fließt.

Er brüllt laut, und das Wort daraus ist dieses:

Die Wut des Meisters ist die Kraft der Liebe!

Hier ist eine Büffelkuh, graublau, deren Euter von Milch überfließen und ihr Muhen bedeutet:

Dar Werk de Meisters ist die Nahrung des Lebens!

Dort ist ein Säugling, der mit seinen winzigen Händchen Blut aus seiner eigenen Brust herauspreßt und lächelt:

Der Weg des Meisters ist die Unschuld der Freiheit!

Auch ist ein Goldener Adler, der einen Kelch Weines trägt und laut schreit:

Das Weh des Meisters ist die Wonne des Lichts!

Zuletzt wirbelt in ihrer Mitte, über Seinem Kopfe, ein Rad von vielfarbenen Strahlen, sodaß dadurch alle Taten in eine Harmonic gebracht werden. Und das Schwirren des Rades verkündet:

Die Weisheit des Meisters ist die Gerechtigkeit der Zeit!

Merke nun auf den Willen des Meisters!

Hierbei kommt von Herzen des Rades eine Schlange hervor mit dem Haupt einer Sphinx, und berührt den Mund des Meisters, sodaß Seine Stimme in den Gesang ausbricht:

Das Wort des Gesetzes ist Θελημα

Dann entflammt der ganze Himmel von großem Trompetengeschmetter; und die Welt ist erleuchtet von einem Blitz, der jeden Geist, der da lebet sondert, und folgendes Zeichen in ihn einbrennt:

Tue was Du willst, soll das ganze Gesetz sein.

Aves.

Und die ganze Luft erzittert durch die Stimmen von Vögeln: einem Schwan, einem Phönix, einem Raben, einem Adler, einem Falken, einem Pelikan, einer Taube, einem Ibis und einem Geier. Jeder nach der Reihe sang Lobgesänge, so wie ihm gegeben war einen Teil des Geistes des Meisters zu verstehen.

Die Stimme des Schwanes.

A U M G N : Durch den Grenzenlosen, durch den Ewigen, geht der Gedanke des Meisters, schwebend im Äther.

Die Stimme des Phönix.

A L : Unverbrennbar, unverlöschbar badet die Seele des Meisters im Feuer der Natur und wird erfrischt.

Die Stimme des Raben.

A M E N : Vergangenheit und Zukunft sind Teile der Gegenwart im Auge des Meisters, das da siehet das Geheimnis der Geheimnisse, und sie alle als Einheit erkennt.

Die Stimme des Adlers.

S U : Die Himmel wiegen sich auf den Federn des Rechtschaffenen, der unter ihnen fliegt und die Sonne gewahrt: so erkennt das Erbarmen und die Freude des Meisters!

Die Stimme des Falken.

A G L A : Ause Deiner Kraft kommt alle Bewegung, o Wille des Meisters, Erzeuger, Zerstörer!

Die Stimme des Pelikans.

I A O : Alles was lebet ist Blut aus dem Herzen des Meisters; alle Sterne sind beim Fest auf der Weide, schwebend im Licht.

Die Stimme der Taube.

H R I L I U : Nichts ist zu klein, noch zu groß, weder zu tief, oder zu hoch; doch alles ist verbunden in Freude durch die Liebe des Meisters.

Die Stimme des Ibis.

A B R A H A D A B R A : Alle Wege sind gleich,—nämlich endlos, ewig sich windend in Kurven unaussprechlichen Wunders; jeder Stern hat seinen Lauf durch das vielfältige Sinnen, das im Geiste des Meisters sich regt.

Die Stimme des Geiers.

M U : Geweihte, unmaklige, mannlose Jungfrau, alles erschuf uns der Atem des Meisters, ward geborn aus dem unendlichen Raum, worin Er ihnen die Gestalt gibt—und verweilet in Schweigen.

Nun ist alles sozusagen eine Leidenschaft großen Friedens; und in der Stille erhebe ich meine Seele wie ein Opfer und rufe in meinem Herzen: Lass mich ruhen zu den Füßen des Meisters!

Doch das Schweigen verschlingt diese eitlen Worte; und sie werden durchbohrt vom Feuer Seines Blutes, das sie zu diesem verwandelt:

„Zu Seinen Füßen ist nor die Erde, und die zerbricht Er zu Blumen: doch alles was lebt wird aufgenommen in das Herz des Meister.“

Damir höre ich auf, überhaupt ich selbst zu sein: Ich werde in Seine anbetungswürdige Wesenheit verschlungen, und mein Leben wird ebenfalls vergossen durch die endlosen Aeonen der Schöpfung hindurch.

Ah!—Überhaupt nichts Getrenntes gibt es mehr; weshalb die Vision versagt,—der Seher ist eins mit dem Gesehenen.

Bis daß es sieben Mal gereinigt, gereinigt durch und durch ist, eher wird es dem Fleische und Blute nicht gegeben, im Allerheiligsten des Herzens des Meisters zu wohnen.

Meine Inbrunst ist erschöpft: mein Glaube versagt: ich falle herab aus der Verzückung der Leidenschaft die sich durch den Abyssus des Raumes ergießt.

Alle Dinge fühlen Es: alle Dinge leben durch Es: ind doch kennt nights, das sich kennt, Es wie Es ist.

So bin ich nun, zwar verbrennend, aber noch nicht durch und durch gebrannt in der Glorie jenes Lichtes, schwingend, aber doch noch nicht gänzlich mit der Kraft jenes Pulses schwingend,—gerade so weit abgestimmt auf das Harz des Meisters, daß, was reine Verzückung in jenem sublimen Augenblick der Vereinigung war, übersetzt wird in etwas, welches wie eine feierliche Musik erscheint—sehr weit getragen durch die stille Luft—eine Stimme, die das Geheimnis des Allerheiligsten jedem Ohr in gerade solcher Art verkündet, als das Ohr fähig ist, sie zu empfangen.

Die geheimen Freuden des Meisters.

Anfänglich ist die Musik wie gedämpft, ein Murmeln des Windes hinter undurchdringlichen Schleiern:

000. Nichts besteht bur, und ist alle Dinge.

Nach einer Pause ein tiefes Schweigen:

00. Es gibt keine Grenze.

Wiederum Schweigen, als sei die Natur bis ins Innerste mit Schweigen geladen:

0. Die Summe non Allem ist Grenzenloses Licht.

Nun plotzlich erfolgt ein Sammeln des Wesens des Schweigens; es ist als würde es wie auf einen Punkt gesammelt:

1. Du bist dea, mas du selbst zu sein gedenkst, gegen alles gefeit, denn es ist nicht als ein Gesichtpunkt.

Jetzt bricht eine Welle von Licht hervor und mit der Majestät des Donners rollt es vorwärts:

2. Dein Name der dein Wort ist, ist die Substanz deines Willens, und die Art Deines Wirkens bildet das Dasein.

Die Musik sinkt schnell zu einer leisen, schwebenden Verzückung herab, feierlich und langsam:

3. Das, mas du erschaffst, ist dein Erkennen deiner Liebe.

Dann kommt einer plötzliche Erschütterung und Verwirrung, als wäre die Harmonie in unzählige Bruchstücke zerbrochen; es prallt gegeneinander, auch ist es keine zusammenhängende Rede: bis das ein fürchterlicher Sturm vorbricht, ein Posaunen der Majestät. Aber im Wüten des Sturmes erklingt eine Stimme fest und strenge und doch voller Friede un Güte:

4. Das Erfordernis des Universums ist die Erfüllung Deiner Rechtschaffenheit.

Nun folgt kriegerische Musik, wild und voll vom Lodern des Feuers:

5. Die Bewegung des Universums ist die Erfüllung deiner Kraft.

Und das vermischt sich mit dem Echo aller früheren Stimmen und deren Musik, sodaß sie zu einer orchestralen Symphonie erklingend, den ganzen Abyssus erfüllen:

6. Die Ordnung des Weltalls ist der Ausdruck deiner begeisternden Schönheit.

Diese dämpft sich in eine tiefe und sanfte Melodie, wie Nachtigallen neben einem Wasserfall; und die Stimme kommt zwitschernd:

7. Die Sensibilität des Weltalls ist der Triumpf deiner Imagination.

Schnelle Schauer beseelen die Luft, der unaufhörliche Chorgesang von Myriaden junger Knaben und Mädchen:

8. Die Wandelbarkeit des Weltalls ist die Herrlichkeit deines Scharfsinns.

Und nun wird wiederum alles Getöne in einen einzigen Ton gesammelt, eine endlose Monotonie unüberwindlicher Macht, wie das Trompeten eines Elefanten im Frühling:

9. Die Stabilität des Weltalls ist die Versicherund deiner Warhrheit.

Da nimmt zu allerletzt die Seele der Musik die Form der Stimme einer reinen Jungfrau an, und sie singt:

10. Die Vollendung des Weltalls ist die Verwirklichung des Ideals deines Leidens.

Siehe! In dem darauffolgenden Schweigen wird mein Geist so erleuchtet, bei der Verkündigung dieser Geheimen Freuden des Meisters, daß ich wiederum mich selbst verlor und wieder eine kurze Weile in Ihm lebte.

Die Zweiundzwanzig Geheimen Lehren des Meisters

Da ich nun wieder zu mir gekommen bin, sehne ich mich in unnennbarem Kummer nach dem, das ich so wenig zu erlangen fähig bin. Ich blute innerlich, sodaß meine leidenschaftliche Glut die Worte des Rufes, den ich nicht laut ausstoßen kann, in mein Fleisch gräbt, den Ruf der Seele zur Seele des Meisters, mit Ihm in Eins verschmolzen zu werden.

Ihm zu entsprechen, sendet Er Seinen Willen hervor, welcher, Schatten werfend von demjenigen, dessen Augen genügend erleuchtet sind durch die Männlichkeit seiner Liebe.

So also lerne ich, wie ich mich am besten geeignet mache, um mein Leben im Leben des Meisters zu erfüllen und mein Blut seinem Herzen zu opfern.

0.

Wisse Nichts!
Der Einfalt sind alle Wege gesetzmäßig.
Reine Torheit ist der Schlüssel zur Einweihung.
Schweigen steigert sich in Verzückung.
Sei weder Mann noch Weib, sondern beides in einem.
Schweige, sei ein Kindlein im Ei des Blaues, auf daß du wachen mögest, um den Speer und den Gral zu tragen!
Wandre allein und singe! In des Königs Palast erwartet dich seine Tochter.

I.

Das Wahre Selbst ist die Bedeutung des Wahren Willens: erkenne dich durch Deinen Weg!
Berechne gut die Formel Deines Weges!
Schaffe frei: nimm freudig auf: teile aufmerksam: vereinige vollständig.
Arbeite, du Allmächtiger, in und für die Ewigkeit.

II.

Reinheit ist, nur, dem Höchsten zu leben: und das höchste ist Alles: sei wie Artemis gegen Pan!
Lies im Buche des Gesetzes und durchbrich den Schleier der Jungfrau!

III.

Das is die Harmonie des Weltalls, daß die Liebe den Schöpfungswillen mit der Erkenntnis jener Schöpfung eint: erkenne deinen eigenen Willen!
Lieve un lasse leiben! Frohlocke in jeder Form der Liebe und ziehe deine List und deine Nahrung daraus!

IV.

Gieße Wasser auf dich: so wirst du eine Quelle des Weltalls sein.
Finde dich selbst wieder in jedem Stern!
Vollende jede Möglichkeit!

V.

Weihe dich als Jungfrau der Erkenntnis und dem Umgang mit deinem Schutzengel! Alles andere ist eine Falle.
Sei stark mit den acht Gliedern des Yoga; denn ohne diese bist du für keinen Kampf geschult.

VI.

Das Orakel der Götter ist die Kinderstimme der Liebe in deiner eigenen Seele: höre sie!
Achte nicht auf die Sirenenstimme der Sinne oder auf die Gespensterstimme des Verstandes: bleibe in Einfalt und lausche auf das Schweigen!

VII.

Der Endausgang das Geiers, Zwei-in-Einem; überbracht; dies ist der Wagen der Macht.
T R I N C : das letzte Orakel!

VIII.

Gleiche jeden Gedanken durch seinen genauen Gegensatz aus!
Denn deren Vermählung ist die Vernichtung der Illusion

IX.

Wandre allein, und trage das Licht und deinen Stab!
Und das Licht sei so hell, daß kein Mensch dich sieht
Werde durch nichts bewegt außen oder innen: halte Schweigen auf allen Wegen!

X.

Folge deinem Glück, gleichgültig wohin es dich führt!
Die Achse bewege sich nicht: das erreiche!

XI.

Mildre die Kraft durch die Liebe; laß aber die Liebe alle Dinge verzehren.
Bete an den Namen _______1), vierseitig, mystisch, wunderbar, und den Namen Seines Hauses 418.

XII.

Lasse nicht die Wasser auf denen du reisest, dich netzen, und, an Land gekommen, pflanze den Wein und frohlocke ohne Scham.

XIII.

Das Weltall ist Veränderung: jeder Wechsel ist die Wirkung eines Aktes der Liebe; alles Leibeshandlungen enthalten Reine Freude. Stirb täglich!
Der Tod ist der Scheitel einer Kurve, der Schlange Leben: erblicke alle Gegensätze als notwendige Komplemente und frohlocke!

XIV.

Gieße dein Alles freigebig aus der Vase in deine rechte Hand und vergieße keinen Tropfen! Hat night deine Linke eine Vase!
Transmutiere alles vollständig in das Bild deines Willens und bringe Jedes in sein wahres Zeichen der Vollendung!
Löse die Perle im Weinbecher auf: trinke, und mache die Kraft jener Perle offenbar.

XV.

Mit deinem rechten Auge erschaffe alles für dich selbst und mit dem linken nimm alles an, das anderweit erschaffen ward!

XVI.

Brich ab den Strebepfeiler deines individuellen Selbstes, auf daß dine Wahrheit frei hervorspringen möge aus den Ruinen!

XVII.

Wende deine ganze Kraft an, um deine Gedanken zu beherrschen: verbrenne dein Denken wie der Phönix!

XVIII.

Lasse die Illusionen der Welt über dich dahingleiten unbemerkt, wie du von Mitternacht zum Morgen schreitest!

XIX.

Spende dein Licht allen ohne Zweifel: die Wolken und Schatten sind belanglos für dich.
Mache Reden und Schweigen, Kraft und Ruhe, zu Zwillingsformen deines Spiels!

XX.

Jede Handlung sei eine Handlung der Liebe und Verehrung!
Jede Handlung sei dans Fiat eines Gottes!
Jede Handlung sei eine Quelle strahlender Glorie!

XXI.

Betrachte die Zeit, und alle Bedingungen der Ereignisse, als die Deiner deines Willens, dazu bestimmt, dir das Weltall in der Form deines Planes darzubieten.
Und: Segen und Anbetung dem Propheten des lieblichen Sterns!

Die Schatten erblaßten plötzlich, als die Wolken vom Himmel verschwanden; und keine Schrift ist mehr am Himmel vorhanden, denn das, was geschrieben war, ist in meinem Herzen eingegraben.

Die vier Tugenden des Herzen des Meisters.

LICHT thront im Herzen des Meisters, sodaß er kein Böses denkt, denn in jenem Lichte ist alles Wahrheit.

Falschheit ist nur eine Funktion von Zeit end Raum, und die Idee des Bösen kommt nur von Wahrnehmen der Gegensätze, über denen die Wahrheit thront. Jedes Ding also, das ist, hat seine Wurzel in der Notwendigkeit; würde das geringste von ihnen verloren, würde das ganze Werk verstümmelt.

LEBEN quillt im Herzen des Meisters; der Tod ist nur die Systole jenes wunderbaren Pulses.

Schwach sind die Phantome der Illusion; ergriffen von jenem lebendigen Strom, beben und erschauern sie der Glut seiner Realität: er läßt keine nur mögliche Form leer oder untätig; in ihm nehmem alle am Sakrament der Geburt zur Wahrheit teil.

FREIHEIT wallt im Herzen des Meisters; denn jeder Mann und jedes Weib ist ein Stern. Jeder folgt frei und freudig seinem eigenen Willen; denn jeder Wille hat gleichermaßen sine wesentliche Funktion im Rhythmus des Herzens des Meisters. Kein Stern kann abschweifen von seiner selbsterwählten Bahn: denn in der unendlichen Seele des Raums sind alle Wege endlos allumfassend; vollkommen.

LIEBE brennt im Herzen des Meisters: nur Bott sehend in jedem Ding, reinigt er es mit der weißen Flamme von all seiner eingebildeten Unvollkommenheit. Seine grenzenlose Verehrung entzündet selbst den Raum, sodaß keine Leere bleibt, die nicht von seiner Inbrunst umschlossen ist.

Vermöge seines GESETZES durchflutet er jeden Gedanken mit Liebe und vermählt sie ihrerseits jedem anderen Gedanken; und Zwillingsfrüchte entsprießen einer jeden Brautnacht, die Verzückung des Schweigens und eine Neue Welt, die keine Phantasie erraten kann; und von diesen, siehe da, eine grimmige und eine groteske, diese lyrisch und jene herrisch,—die freundliche wie die frindliche vor seinem Auge gleich, denn weder Grenze noch Gesetz kennen sie in der unendlichen Mannigfaltigkeit ihrer Schönheit, neue Harmonien erzeugend mit jeder Stunde, voll unglaublicher Freude.

Syrinx und Pan.

Nun kommt der Ton wie vom Fallen von Schneeflocken und Rosenblütenblättern: es ist Blinken der Füße eines jungen Mädchens, das tanzt.

Und die Musik ist das Flüstern des Windes unter den Fichten auf dem Berge; und das ist der Atem der Panpfeife im Munde des Meisters.

Und, alles in einem, ist es das Weltall in der Manifestation.

Auch: höre ich dessen siebenfachen Gesang.

Carmen.

Durch Weisheit schafft Er Stoff und Raum und Zeit,
      Erfahrung zur Erhabenheit.
Durch Tugend spendet Er Sein eignes Leben durch alles,
      In majestätischer Gnade.
Durch Kraft dreht Er alles in gewaltigem Wechsel,
      Dem Grenzenlosen.
Durch Ordnung sammelt Er die Welten des Lichts
      In unendlicher Schönheit.
Durch Liebe zerstört Er alles um Neue Phantasien
      Neu zu erschaffen dem Schicksal.
Durch Vernunft Er seine Herrschaft berechnet
      Die Wunder Seiner Möglichkeit.
Durch Reinheit befreit Er Seinen ganzen Willen
      Von jedem Bilde des Bösen.
In Schweigen nimmt er jeden vollendeten Teil wieder auf
      Zur Verzückung seines Herzens,
Des Seinigen, in dessen Wahrheit von Natur alle Dinge sind
      Der Stille und Scheinende Stern.

Die initiation.

Ich, Khaled Kahn, schaute jene Vision und hörte folgende Stimme auf dem heiligen Berge des Sidi Bou Said, im Lande, das jetzt Tunis genannt, aber seit Alters her heilig ist durch viele Heiligtümer.

Soweit ist es mir erlaubt frei von dem zu reden, was mir zukam auf meiner langen Suche nach der Wahren Weisheit. Aber zu verkünden die Art meiner Initiation, wodurch ich Zugang zu dem Orte erheilt, der Tempel der Wahrheit genannt wird, (von manchen aber Dar-el-Jalal) ist verboten. Auch darf isch night noch offener enthüllen in welchem Lande jenes Haus zu finden ist, als daß ich sage: Es ist geschnitten aus dem lebendigen Felsen des Gipfels auf einem hohen, allein gelegenen Berge, dem Mittelpunkt der Gebrigskette des Jebel-el-Asharah.

Als ich nun nach vielen Tagen zu einem Orte gebracht wurde, wo licht war, das sich durch einen gravierten Topasschirm, in den eine Rose von neunundvierzig Blättern auf einem Griechischen Kreuz eingenschnitten war, von der Sonne aus ergoß, ind zwar auch Mannes (denn es war geschrieben, daß Seine Tage sollten sein Einhundert und Zwanzig Jahre) der vor einem Tische mit seiben Kanten stand, auf dem sich Feurer und Wein und Räucherwerk in einem Rauchfaß und Brot befand.

Er forderte mich auf davon zu nehmen; und als sie verzehrt waren, nahm er eine Phiole mit goldenem Öl aus deren Mitte und salbte meine Augen und meine Ohren und meine Lippen.

Indem ward ich mir des Bildes eines Gottes bewußt, von strengem und edlem Antlitz, sein Geist vollkommen ruhig, in seiner Rechten eine Sichel und in seiner linken ein Uhrglas. Und als ich auf ihn blickte, drehte er seine Faust um, denn das letzte Korn Sandes war hindurchgefallen.

Dann deutete mein Lehrer mit einem kleinen Stabe auf eine große Schriftrolle, die noch nicht ganz gefüllt war, und es erschien de Schatten von eines Mannes Hand und zeichnete das Bild eines Löwen am Ende der Schrift.

Über deisem Pergament, das teilweise aufgerollt war, befand sich eine quadratische Tafel weißen Marmors, auf welcher ich, in Gold eingelassen, folgende Zeichen um das Bild eines Auges inmitten eines strahlenden Dreiecks las:

S∴S∴

Und dies ist in der Ausdeutung „Die Große Weiße Bruderschaft“.

Darunter war geschrieben: Bei uns sind zweitausend Jahre wie Ein Tag.

Dann zeigte mir mein Lehrer, daß die Bruderschaft eines Ihrer Glieder aller zweitausend Jahre aussende, um Ein Wort zu bringen, das der Menschheit als neue Formel der Magie diene, auf daß sie einen weiteren Schritt tun möge auf dem langen Wege zur Vollkommenheit.

Auch senden sie zweimal während dieser Zeitperiode, in Zwischenräumen von wenig mehr als drei und etwas weniger als sieben Jahrhunderten einen geringeren Propheten, um den Weg des nächsten Wortes vorzubereiten, und die Kraft des dann in Geltung befindlichen Wortes zu erhalten und wiederherzustallen.

Auf dem nicht zusammengerollten Teile der Schrift las ich nun die Namen von gewissen dieser Brüder und die Worte, wie eines nach dem anderen ausgesprochen worden waren. Aber einige konnte ich nicht lesen, weil die Zeichen fremd waren.

Folgende:

FU-HSI

Nach einer großen Pause (mit wenigen Name und diese waren unlesbar):

After a great space (with few names and those illegible)

LAO-TZE, GAUTAMA, ZERDUSHT, PYTHAGORAS, DIONYSUS, OSIRIS.

Diese waren zu gleicher Zeit entsandt worden—und Dionysus unter mehreren verschieden, welche im Begriffe standen zusammengefaßt zu werden durch die Eröffnung von Verbindungsmitteln über den ganzen Planeten infolge der Ausdehnung der röminschen Macht. Nach diesen stand fast allein der Name:

APOLLON.

Aber über jenem Teile, über der ganzen Breite der Karte, das Wort I A O.

Dann ward es schwarz über der ganzen Karte, den zu einer Zeit wäre die Bruderschaft fast gänzlich durch eine große Zauberei Schwarzen Loge zerstört worden und durch die Verfinsterung jeglichen Ratschlages, und die Verwirrung aller Wahrheit.

Ich sah nur einen leserlichen Schimmer:

PLOTINUS

Und am Ende des schwarzen Teiles, inmitten vieler Name, die ich nicht lesen konnte,

JACOBUS BURGUNDUS MOLENSIS,

denn sein Name war in feurigen Buchstaben.

Bereitete der Orden des Tempels nicht die Renaissance vor durch Festsetzung der Mysterien von Ost und West?

Dan brach plötzlich eine Weiße auf der Karte hervor, als sei die Anspannung (wenn auch nicht gänzlich) durch ein dahinfegen von Stahl getilgt worden und dieses Wort stand geschrieben in gekrümmten Buchstaben, scharf wie ein Scimitar:

MOHAMMED.

Demnächst kam ein sehr verwischter Name:

SIR EDWARD KELLY

mit einer Schrift in Chiffern. . . . . . . . . . . . . und in der Mitte von allen, innerhalb des Sinnbildes einer roten, fünfblättrigen Rose (auf den sich die Namen:

JACOB BOEHME, J. G. GICHTEL
und drei andere defanden)

auf einem golden Kreuz, stand eingegraben:

CHRISTIAN ROSENKREUTZ

(Denn so verschweigen waren die Brüder, seinen wahren Namen zu verbergen.) Danach kamen drei Große und schreckliche Namen, die ich an diesem Ort nicht schreibe. Zuletzt erschien diese neugeschriebene Hieroglyphe des Löwen und der Name jenes Bruders ward mir verborgen. Dann wurde mir gezeigt das Geheimnis der Worte: wie in den esten Perioden der aufgezeichneten Geschichte die Menschen glaubten, daß das Leben allein vom Weibe käme, und sie arbeiteten nach der Formel der Isis, keusch und gütig die Natur verehrend, weder den Tod verstehend, noch das Arkanum der Leibe.

So erschienen dann, als die Zeit reif war, die Brüder der Formel des Osiris, deren Wort I A O ist: sodaß die Menschen den Mann verehrten. Sie betrachteten ihn als dem Tode unterworfen und als hinge sein Sieg von der Wiederauferstehung ab. So Auch faßten sie die Sonne auf, als würde sie erschlagen und wiedergeboren, mit jedem Tage und in jedem Jahr.

Als nun diese große Formel erfüllt und in Abscheu gefallen war, erschien dieser Löwe, um die Aeon des Horus zu verkünden, des gekrönten und erobernden Kindes, das nicht stirbt, noch wiedergeboren wird, sondern allezeit strahlend Seinen Weg wandelt. So auch wandelt die Sonne: denn wie es haute bekannt ist, daß die Nacht nichts anderes ist als der Schatten der Erde, so ist auch der Tod nur der Schatten des Körpers, welcher sein Licht vor dessen Träger verbirgt.

Dieses Propheten Wort is

Θελημα

Mannigfaltig und wunderbar sind die Geheimnisse dieses Wortes und seiner Zahl! Auch darf ich sie nicht verkünden, ausgenommen dieser einfachsten, zum Frommen kleiner Kinder:

Liebe is das Gesetz, Leibe unter Willen.

Plötzlich ward die Karte zusammengerollt und mein Lehrer gebot mir, mich umzuwenden: denn eine Jungfrau wie eine goldene Rose war an jenen Ort getreten, mit rötlichen Ringellocken und ihre Brüste waren von glänzendem Elfenbein und ihre Haltung wie die Haltung einer jungen Löwin.

Auf ihrer Stirn flammte ein saphirner Stern, eine unverhüllte Narbe, ein tiefer und glänzender Kreis. In ihrer Hand hielt sie ine Schrift; und lächelnd legt sie sie in die meine.

Nun wußte ich nicht mit welchem Namen ich ihr für diese Gunst danken sollte: worauf sie, meine Frage verstehend, sprach:

„Mine Name ist: Der Stern des Nordens.“

And this was the Proclamation:

TO MAN

Do what thou wilt shall be the whole of the Law.

My Term of Office upon the Earth being come in the year of the foundation of the Theosophical Society, I took upon myself, in my turn, the sin of the whole World, that the Prophecies might be fulfilled, so that Mankind may take the Next Step from the Magical Formula of Osiris to that of Horus.

And mine Hour being now upon me, I proclaim my Law.

The Word of the Law is Θελημα.

Given in the midst of the Mediterranean Sea
AN XX Sol in 3°. Libra die Jovis
by me ΤΟ ΜΕΓΑ ΘΗΡΙΟΝ [DCLXVI]
_____ ______ ______

[Whoso understandeth may seek.]

Having read these words with deep attention eleven times, I besought mine Instructor (for the Maiden had returned to her Master) that he would clear those things which were dark to my weak understanding.

„In the Light of the Chart of the Work of the Brotherhood,“ I said, „the Will of the Master, and His Word, are made plain. But of His hour I know not; and I tremble before the darkness of this Mystery of Sin.“

„Of his hour,“ answered my teacher, „it is easy to speak. The Work of our Sister

Helena Petrowna Blavatsky

was inaugurated at the very season of the Birth on Earth of our Brother the Master whose Word is Thelema, whose Name is yet hidden under the form of a Lion. For it was most needful to prepare His Way that He might proclaim His Law in every land that is upon the surface of the Earth.

„And this work has been done by the Society founded to that end by our Sister. Yet even so, behold! Full Fifty years have passed, and only now is the hour of Power come upon our Brother the Lion to utter His Word with full efficacy to the whole Earth.“

Now was he silent and my spirit was sore troubled; my face darkened, for I approached the Mystery of Sin.

But the countenance of my Teacher was glad; and his years fell from him like a mask; and his voice thrilled with the rapture of release.

The Mystery of Sin.

„The word of Sin is Restriction. Do what thou wilt shall be the whole of the Law.“

Such were the words of a certain square tablet of brass which lay upon the hexagonal table beneath the extended forefinger of mine Instructor. And because he saw that their sense was partly hidden from me, he called to my memory two other writings from a compilation of certain Jews of old: „All have sinned, and come short of the glory of God“; and this: „The thought of foolishness is sin.“

Now did I understand that all men live in sin, being baulked of their True Will, that is, of the free function of their essential nature. This restriction cometh much from their ignorance of what their True Will is, and much from external hindrance, but most of all from the interference of ill-controlled parts of their own instruments, the body and mind. For Freedom is not found in looseness and lack of governance, but in the right ruling of each individual of the common weal so as to assure his own well-being no less than that of the whole. And this effect is to be won by perfect organization under the eye of an Intelligence adequate to comprehend the general and the particular need together. The Way of Perfection is thus twofold: first, the True Will must be consciously grasped by the Mind, and this Work is akin to that called the attainment of the Knowledge and Conversation of the Holy Guardian Angel. Second, as it is written: „Thou hast no right but to do thy Will,“ each particle of energy which the Instrument is able to develop must be directed to the doing of that Will, and this is one fierce lion in the way, that until the second task be already far advanced, the confusion of the instrument is such that it is wholly incapable to accomplish the first.

Then said my guide: It is well. Learn this also, a great Mystery and wonderful, that all conflict between the parts of the Universe springs from this error, and none other. For in our infinite Space (which is nothing but our boundless range of possibilities) there is no need that any one should push his fellow aside. As there is room in Heaven for every Star to pass upon its Way unchallenged, so also with those Stars of Earth, which go masked as men and women.

Know therefore that this Law of Thelema
„Do what thow wilt“

is the first Law ever given to man which is a true Law for all men in every place and time. All earlier Laws have been partial, according to the faith of the hearer, or the customs of a people, or the philosophy of their sages. Nor is there need, with this Law of Thelema, of threats or promises: for the Law fulfilleth itself, so that the one reward is Freedom for him who doeth his will, and the one punishment is Restriction for him that goeth astray.

Teach thou therefore this Law to all men: for in so far as they follow it, they cease to hinder thee by their false random motion; and thou dost well to thyself in doing well to them. And he most hindereth himself who hindereth others from their Path, or who constraineth them to some motion improper to their Nature.

Note also this that many men, feeling themselves the bitterness of Restriction, seek to relieve their own pain by imposing a like burden upon their fellows: as it were a cripple who should seek ease by mutilating the bearers of his carriage.

Also, to deny the Law of Thelema is a restriction in oneself, affirming conflict in the Universe as necessary. It is a blasphemy against the Self, assuming that its Will is not a necessary (and therefore a noble) part of the Whole. In a word he who accepts not the Law of Thelema is divided against himself: that is, he is insane, and the upshot shall be the ruin of the Unity of his Godhead.

Yet hearken again; the opposition of two movements is not always evidence of conflict or error. For two opposite points upon the rim of a wheel move one North, the other South; yet are they harmonious parts of the same system. And the rowlock which resisteth the oar hindereth not but aideth the True Will of that oar.

So then self-control is nowise the enemy of Freedom, but that which maketh it possible. And he who would deliver a muscle from its bondage to its bone by severing it rendereth that muscle impotent.

Moreover hear this word: as a muscle is vain, except it be rightly ordered, so also is thy work to be made easy by uniting thyself to the Work of the Master, even Therion, whose True Will it is to bring each Man's work to its perfection. To this end hath he proclaimed his Law; so also to that end, which is also thine, do thou add thy little strength to His great might. As it is written:

And blessing and worship to the Prophet of the lovely Star!

Thou, therefore—go on, go on in my strength, saith the Lord of the Aeon, and ye shall turn not back for any.

While he thus spoke, I felt constantly in myself a cleansing of heart; and my stature was increased, because of the straightening of my nature.

And as I thought thus, mine instructor, perceiving it, smiled upon me saying: In truth, O Khaled Khan, O child of the dawn of the Aeon, thou hast divined aright and profited in thy being by the Law of Thelema. For the Law is a just Law; it demandeth not the crooked knee of slavery, and the bowed head of shame. Nay, shouldst thou speak even to the God of gods, stand thou erect, that thou mayest be one with Him by Love, as He most surely willeth.

With that word, the walls of the little chamber in the Temple upon the Mountain-top fell suddenly away from about me, and I found myself alone in a desert place, strange and remote. And of that which befell me there may I not now speak. For there is a Beauty which hath no fitter ornament than Silence.

(At this point in the book, Liber LXXVII is printed…)

© O.T.O.

1)
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Thelema

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